Einführung in die «neue» ISO 21920-1: Präzision in der Oberflächenbeschaffenheit
Diese Norm ersetzt die bisherige ISO 1302 und bringt wesentliche Änderungen und Verbesserungen mit sich, die die Präzision und Eindeutigkeit in der Beschreibung und Messung von Oberflächenmerkmalen erheblich steigern.

Wesentliche Änderungen im Vergleich zu ISO 1302
Die Einführung der ISO 21920 bringt mehrere bedeutende Änderungen gegenüber der bisherigen Norm ISO 1302 mit sich. Hier sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick:
Änderung der Normnummer und Symbolen: Die neue Norm trägt die Bezeichnung ISO 21920-1 und löst somit die bisherige ISO 1302 ab. Eine Oberflächenspezifikation nach ISO 21920-1 kann mit dem neuen Symbol eindeutig identifiziert werden.
Neue Symbole der ISO 21920-1 vs. der historischen aus ISO 1302






Neue Symbole und Spezifikationselemente
Die ISO 21920 führt eine Reihe neuer Symbole und Spezifikationselemente ein, die eine präzisere Angabe und Interpretation von Oberflächenbeschaffenheiten ermöglichen. Hier sind einige der wichtigsten Neuerungen:



Anwendung und Beispiele
Um die Anwendung der neuen Norm zu verdeutlichen, hier einige Beispiele:
Tmax-Regel: Ein Bauteil wird gemessen, und es stellt sich heraus, dass 10 % der Messwerte die obere Toleranzgrenze überschreiten. Mit der Tmax-Regel wäre dies nicht zulässig, da kein Messwert die Grenze überschreiten darf.
T16%-Regel: Ein Bauteil wird gemessen, und es stellt sich heraus, dass 10 % der Messwerte die obere Toleranzgrenze überschreiten. Mit der T16%-Regel wäre dies zulässig, da die Überschreitung innerhalb der 16-%-Grenze liegt.
Tmed-Regel: Bei der Messung eines Oberflächenmerkmals wird festgestellt, dass der Medianwert aller Messwerte innerhalb der festgelegten Toleranz liegt, obwohl einige Messwerte darüber und andere darunter liegen. Dies entspricht der Median-Toleranzakzeptanzregel, und das Bauteil wird als konform angesehen.
Schlussfolgerung
Die ISO 21920 stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Spezifikation und Messung der Oberflächenbeschaffenheit dar. Durch die Einführung neuer Symbole und Regeln sowie die präzisere Definition von Toleranzen wird die Norm den Anforderungen moderner Fertigungsprozesse gerecht und sorgt für eine einheitliche und verständliche Dokumentation technischer Produkte.
Wir hoffen, dass diese Informationen Ihnen helfen, die Neuerungen der ISO 21920 besser zu verstehen und in der Praxis anzuwenden. Für weitere Fragen oder detaillierte Erläuterungen stehen wir Ihnen gerne in der ISO-GPS-Beratung zur Verfügung.
Weitere relevante Normen für die Bestimmung von Oberflächenspezifikationen
ISO 21920-2:2021 Oberflächenbeschaffenheit Teil 2: Begriffe und Kenngrössen für die Oberflächenbeschaffenheit
ISO 21920-3:2021 Oberflächenbeschaffenheit Teil 3: Spezifikationsoperatoren