Kernaussage
Eine angegebene Messunsicherheit gilt bis zur nächsten Kontrolle.
Kontrolliert wird in definierten Intervallen, nach jeder Kollision und bei jeder Auffälligkeit im Messablauf.
Wann die Kontrolle läuft
Definierte Intervalle
Nach festem Plan
Das kalibrierte Werkstück läuft in festgelegten Abständen, unabhängig von der Auslastung. So entsteht eine Reihe vergleichbarer Werte, in der eine langsame Drift auffällt, solange sie noch klein ist.
Nach einer Kollision
Auch bei leichter Berührung
Jede Berührung ausserhalb des Messablaufs führt zum Halt. Vor der Freigabe folgen die Tastereinmessung aller betroffenen Stellungen und die Kontrollmessung.
Bei Auffälligkeiten
Wenn die Streuung nicht passt
Eine ungewohnte Streuung in der Wiederholmessung oder ein Ergebnis, das nicht zur bekannten Fertigung passt, ist Grund genug. Ein Ereignis braucht es dafür nicht.
Im Alltag werden Kontrolle und Kalibrierung oft gleichgesetzt. Fachlich sind das zwei getrennte Vorgänge. Die Annahme- und Bestätigungsprüfung nach ISO 10360 stellt die Kenngrössen des Geräts fest, die Längenmessabweichung E und die Antastabweichung P; ihr Ergebnis steht im Kalibrierschein. Die Kontrolle gehört zum Verfahren selbst. ISO 15530-3 regelt neben der Ermittlung der aufgabenspezifischen Messunsicherheit am kalibrierten Werkstück auch deren erneute Bestätigung und Zwischenprüfung; ausgewertet wird nach GUM (ISO/IEC Guide 98-3). Intervall und Grenzwerte legen wir als Betreiber fest, und geprüft werden genau die Werte aus der Tabelle weiter unten.
Unsere Kontrolle am kalibrierten Werkstück erfasst dieselben Merkmale, die auch am Kundenteil gemessen werden, mit demselben Programm, derselben Tasterkonfiguration und den Raumbedingungen unseres Prüflabors. Ihre Aussage gilt für diese Messaufgabe und für ähnliche Bauteile; auf ein Merkmal mit anderer Geometrie lässt sie sich nicht übertragen. Rückführbar wird das Ergebnis über die Kalibrierung des Werkstücks, die Kontrolle selbst schafft keine Rückführung.